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Europäische Zahlungsgewohnheiten. EOS Vier-Länder-Studie 2007

Wie zahlen die Europäer

Gemeinsam mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Ipsos befragte die EOS Gruppe Ende 2007 insgesamt 645 Unternehmen in vier Ländern zu den dortigen Zahlungsgepflogenheiten. Jeweils 200 Unternehmen in Griechenland, Polen und Russland sowie 45 Unternehmen in Rumänien beantworteten Fragen rund um die eigenen Zahlungserfahrungen, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sowie zu den Themenkreisen Informations-, Debitoren- und Forderungsmanagement.

Dynamik variiert

Dynamisch sind sie alle: Polen, Griechenland, Russland und Rumänien verzeichnen
aktuell Wachstumsraten zwischen 4 und 7 %. Maßgebliche Ursachen für diese
Entwicklung sind hohe Investitionen und privater Konsum. Doch unterscheiden
sich die Volkswirtschaften historisch, kulturell und wirtschaftlich voneinander.
Auch die Differenzen im Zahlungsverhalten der Länder, die die vorliegende Studie
»Europäische Zahlungsgewohnheiten« verdeutlicht, sind zum Teil groß.

Die Ergebnisse der Untersuchung liefern etwa Unternehmen, die in den Ländern
tätig sind, Hinweise für ihr Kredit- und Forderungsmanagement. Ein Beispiel:
Zahlungsziele weichen in den vier Studienländern stark von einander ab. Während
die Polen 32 Tage gewähren, sind es in Rumänien 36, in Russland 78 und in
Griechenland 105 Tage. Vor diesem Hintergrund ist der Anteil termingerechter
Zahlungen zu betrachten. 68 % der griechischen Rechnungen werden pünktlich be zahlt bezahlt – griechische Kunden haben dafür im Durchschnitt auch 3,5 Monate Zeit. In Rumänien werden laut Studie ebenfalls 67 % der offenen Rechnungen termingerecht beglichen. Ein hoher Wert, vor allem in Anbetracht des Zahlungsziels von 36 Tagen.

Griechenland: Fordern ohne Nachdruck

In Griechenland liegt der Anteil der Außenstände am Gesamtumsatz im Schnitt bei 25 %. Mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen geben an, dass die durchschnittliche Forderungshöhe pro Debitor mehr als 10.000 Euro beträgt. Da die Griechen gleichzeitig lange Zahlungsziele setzen (105 Tage), fehlt Liquidität unter Umständen an anderer Stelle. Zukünftig rechnen wenige Unternehmen mit einer Verbesserung: 35 % erwarten, die Zahlungsmoral werde sich verschlechtern.

Polen: Zahlungsziele: Dranbleiben lohnt sich

Durchschnittlich 9 % Rechnungen in Polen werden fristgerecht beglichen. Dabei sind die Außenstände – 10 %, gemessen am Gesamtumsatz – im Vergleich zu den Außenständen von Firmen in Russland, Griechenland und Rumänien gering. Nur 37 Tage lassen Polen zwischen dem Fristende und dem Zahlungseingang vergehen. Mehr als zwei Drittel der polnischen Unternehmen beschäftigen eigene Kreditmanager, 75 % arbeiten mit externen Dienstleistern.

Rumänien: Die Bestandskunden im Blick

Nahezu 90 % der rumänischen Unternehmen lassen die Kundenbonität vor einem Geschäftsabschluss überprüfen. Lediglich in Griechenland gab es einen höheren Wert mit 92 %. Unternehmen stellen selten interne Experten für Kreditmanagement an oder beauftragen externe Inkassounternehmen.

Russland: Weniger Bonitätsprüfungen

Trotz eines hohen Neukundenanteils prüfen im Schnitt knapp die Hälfte der russischen Unternehmen die Bonität vor Geschäftsabschluss nicht. Das heißt, sie riskieren Forderungsausfälle. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen in Russland beschäftigt Fachleute für Kreditmanagement. Durchschnittlich weniger als ein Fünftel macht von der Möglichkeit des Outsourcings Gebrauch.

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Europäische Zahlungsgewohnheiten 2007