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Europäische Zahlungsgewohnheiten

Wie zahlen die Europäer?

Für die Zahlungsgewohnheiten-Studie 2009 befragte die EOS Gruppe gemeinsam mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Ipsos 1200 Unternehmen in fünf europäischen Ländern. Ziel war es, umfassende Daten zu Zahlungsgepflogenheiten, Rechnungsumgang sowie Risiko- und Forderungsmanagement zu erheben.

Wachsende Skepsis

So heterogen die Länder Großbritannien, Deutschland, Schweiz, Ungarn und Bulgarien in ihrer Wirtschaft, Kultur und Historie sind – derzeit eint sie ein Aspekt: Sie alle haben mit den Folgen der weltweiten Finanzkrise zu kämpfen. Entsprechend pessimistisch fällt ihr Blick in die Zukunft aus. Ein Großteil der Studienländer rechnet mit einer Verschlechterung der Zahlungsmoral in den nächsten zwei Jahren. Privat- und Unternehmensinsolvenzen werden nach Ansicht der Mehrheit der befragten Manager zunehmen. Im Vergleich dazu war die Mehrheit der 645 befragten Unternehmen der Zahlungsgewohnheiten-Studie 2007 optimistischer gestimmt: Polen, Rumänen und Russen rechneten mit einer zukünftigen Verbesserung des Zahlungsverhaltens. Um Unternehmensrisiken gering zu halten, ist es für international agierende Unternehmen wichtig, länderspezifische Zahlungsgepflogenheiten zu kennen.

So weicht beispielsweise der Anteil termingerechter Zahlungen in den einzelnen Studienländern von durchschnittlich 21 % in Ungarn bis 77 % in Deutschland weit voneinander ab. Dafür werden in Ungarn verspätete Rechnungen zügig nach im Schnitt 32 Tagen bezahlt – schneller als in Bulgarien (44 Tage), der Schweiz (40 Tage), Deutschland (36 Tage) oder Großbritannien (33 Tage).

Bulgarien: Geduld beim Rechnungseinzug

Bulgarische Unternehmen warten ebenso wie Schweizer Firmen mit einem durchschnittlichen Zahlungsziel von 33 Tagen am längsten, bis ihre Rechnungen bezahlt werden. Zwei Drittel der bulgarischen Betriebe arbeiten beim Forderungsmanagement nicht mit externen Dienstleistern zusammen.

Schweiz: Schweizer zahlen pünktlich

Die Bonität von Neukunden überprüfen im Schnitt nur 60 % der Schweizer Unternehmen. Doch die fehlende Prüfung kann für sie zum Risiko werden. Trotz vergleichsweise zuverlässigem Zahlverhalten ihrer Landsleute – durchschnittlich 75 % der Kunden begleichen Rechnungen fristgerecht – rechnet fast die Hälfte der Befragten mit einer sinkenden Zahlungsmoral. Diese macht eine zunehmende Professionalisierung im Risiko- und Forderungsmanagement dringend notwendig.

Deutschland: Hohes Zahlungsniveau – pessimistische Zukunftssicht

Mit durchschnittlich 77 % erreicht der Anteil der termingerechten Zahlungen in Deutschland im Ländervergleich einen Spitzenwert – bei einer vergleichsweise kurzen Zahlungsfrist von 25 Tagen. Allerdings müssen deutsche Unternehmen 2,1 % ihrer Forderungen abschreiben. Deutlich mehr als britische oder Schweizer Unternehmen mit je 1,4 %. Jedes zweite deutsche Unternehmen rechnet in Zukunft mit einer Verschlechterung der Zahlungsmoral.

Großbritannien: Säumig, aber zuverlässig

Der Anteil der Neukunden am Gesamtkundenstamm beträgt bei britischen Unternehmen durchschnittlich 22 %. Deren Bonität wird – beinahe standardmäßig – zu 93 % überprüft. Zwar zahlen die Briten nur 59 % ihrer Rechnungen fristgerecht, doch der tatsächliche Forderungsausfall beträgt lediglich 1,4 %. Ein Grund dafür mag das professionelle Risiko- und Forderungsmanagement britischer Unternehmen sein.

Ungarn: Unternehmen haben einen schweren Stand

Ungarische Unternehmen haben es schwer: Nur durchschnittlich jede fünfte Rechnung wird fristgerecht bezahlt, und 5,3 % ihrer Forderungen müssen Unternehmen abschreiben. Dafür werden überfällige Rechnungen vergleichsweise schnell nach 32 Tagen bezahlt. Bereits jedes dritte Unternehmen geriet aufgrund von Zahlungsverzögerungen in Liquiditätsschwierigkeiten.

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Europäische Zahlungsgewohnheiten 2009

Europäische Zahlungsgewohnheiten 2009